Eine neue Sichtweise auf die Villa „Le Lac“

Mitarbeit mit dem CEPV–ESVMD
Ein neues Zielpublikum, die Vergrößerung des Museumsbereichs sowie ein Mehrwert der „traditionellen“ Besichtigung durch eine Virtual-Reality-Erfahrung (virtual reality – VR): So lautete die Aufgabe, die die Villa „Le Lac“ Le Corbusier der Hochschule für Visual Merchandising Design (ESVMD) in Vevey stellte. Außerdem entwarfen und erstellten die Studenten ein Buch zur Begleitung und Präsentation dieser neuen Erfahrung.

Für dieses Projekt wurden in hohem Masse Intelligenz und Erfindungsreichtum mobilisiert, sodass die Ergebnisse weit über unsere Erwartungen hinausgingen – zumindest über diejenigen, die wir anhand unserer Kenntnisse und unserer Fantasie benennen konnten. Mit dieser Partnerschaft wird die Villa „Le Lac“ tatsächlich in ihrer Gegenwärtigkeit verankert und ihre Funktion als universelles Werk aufgezeigt, das eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlägt. Besucher verbringen in der Regel ein bis zwei Stunden in der Villa. Sie erleben das Licht und die Polychromie dieser Architektur zu dem Zeitpunkt, an dem sie hier sind. Doch wie sieht es sechs Stunden früher oder sechs Stunden später aus? Darüber weiß man nichts, außer man bleibt einen ganzen Tag lang vor Ort, um die Veränderung der Atmosphäre zu erleben. Hier entfaltet ein Projekt wie A Story of Light das gesamte Potential der virtuellen Realität. Das Projekt besteht aus vier Dimensionen, denn die Zeit wird zum grundlegenden Teil der Erfahrung. Der Besucher kann die Villa sehen bzw. zu jeder Tageszeit „in der Villa sein“: morgens, mittags, abends, nachts. Er selbst bestimmt die Tageszeit und stellt anhand eines virtuellen Cursors ganz nach seinem Belieben die Zeit vor oder zurück. Das Projekt Monde Miroir dagegen bietet eine holistische Museumserfahrung. Dabei werden die Geschichte der Villa, ihre Architektur sowie ihr Platz in der Architekturgeschichte der Moderne mit Erfindungsgeist und Poesie präsentiert – eine direkte Anknüpfung an die literarischen Bestrebungen von Le Corbusier.