Eine Wohnmaschine
L – C 1954 : Oft befinde ich mich in den Jahren 1922 und 1923 im Schnellzug Paris-Mailand oder im Orient-Expreß Paris-Ankara, den Plan eines Hauses in meiner Tasche. Wie ? Den Plan bevor der Bauplatz bestimmt ist ? Den Plan, für den der Bauplatz erst noch gefunden werden muß ? Jawohl.

Die Villa „Le Lac“ ist ein Meisterwerk aus Erfindungsgabe und Funktionalismus – ein Architekturmanifest das bereits die Kernaussagen des in den zwanziger Jahren entwickelten Programms von Le Corbusier für die renommierten „Weissen Villen“ enthält. Dieses Labor der Moderne zählt zu den persönlichsten und erfinderischsten Werke des Architekten.

Die Villa
L – C 1954 : 1923 war unser „Chemin Bergère“ noch ein verlassener Pfad, eine alte römische Straße, die die Bischofsitze von Sitten, Lausanne und Genf miteinander verband.

Die Villa „Le Lac“ Le Corbusier (1923) ist das Ergebnis ergonomischer Forschung und zweckbestimmter Analyse, was 1923 sehr aussergewöhnlich war, denn das Ziel war die Erstellung eines typologischen Standards: das schmale Einfeldhaus. Die Villa „Le Lac“ ist der Prototyp eines kleinen Hauses mit einem Maximum an Komfort und Raum und gibt die Gedanken und Ideen wieder, die im 20. Jahrhundert einen grossen Einfluss auf grundlegende Fragen rund um den Mindestlebensraum und den grösstmöglichen Lebensraum haben. Dieser bescheidene, 64 m² grosse Bau vereint bereits drei der künftigen „fünf Punkte einer neuen Architektur“: den freien Grundriss, den Dachgarten und das Langfenster – eines der ersten in der Geschichte der Architektur. Das 11 m lange Fenster ist eine echte technische Innovation und zeugt von der Neugestaltung des Landschaftsrahmens und dem Bezug zum Standort.

Chronologie
1923 - 1924
Bau der Villa „Le Lac“
1931
galvanisierter Stahl verkleidet die Nord und West Fassaden. Bau der Mauer im Norden und des oberen Stockwerkteil
1951
Aluminium verkleidet die Süd Fassade
1962
die Villa „Le Lac“ ist unter Denkmalschutz gestellt
1971
die Villa „Le Lac“ wird Eigentum der Fondation Le Corbusier (Stiftung).
1984
die Villa wird für das Publikum geöffnet.
2010
die Villa „Le Lac“ wird ein Museum
2012
Angang der Restaurierung
2013
das Museum wird durch die Association Villa „Le Lac“ Le Corbusier geführt
2016
In die UNESCO Welterbeliste aufgenommen